Neuheiten in PTC Creo Illustrate 4.0
Creo Illustrate 4.0 wurde am 7. Dezember im Rahmen von Creo 4.0 veröffentlicht. Diese neue Version beinhaltet zahlreiche Neuerungen und repräsentiert den nächsten Schritt bezüglich der Integration der 2D- und 3D-Lösungen für technische Illustrationen aus dem Hause PTC.
Ein bedeutender Schritt zu dieser Verbindung war nun die Ergänzung von CreoView mit IsoView Technologien. Dies hat zum Vorteil, dass sowohl 2D (IsoView) als auch 3D- Inhalt innerhalb eines einzigen Viewers unterstützt wird. 
 
Ich möchte hier nun einen Überblick über interessantesten Neuerungen von Creo Illustrate 4.0 geben. Diese Neuerungen sind sowohl für den Nutzer wie auch für Systemadministratoren von Interesse:
  • Standards und Profile

Die erste Neuerung ist die Einführung von Standards und die Vorbereitung für Profile. Mit diesen Standards ist es möglich, verschiedene Grundeinstellungen in Creo Illustrate zu tätigen und diese den Mitarbeitern zur Verfügung zu stellen. Dadurch ist es möglich, schnell und problemlos erstellte Elementlisten, Ansichten und andere selbstdefinierte Inhalte bereitzustellen.
An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass dies nur der erste Schritt für die zukünftige Einführung von industrieweiten Standards wie zum Beispiel S1000D, ATA iSpec 2200 etc. innerhalb von Creo Illustrate ist.
 
  • Verbesserungen bei der Aktualisierung der Entwicklungsstückliste

Wenn es zu einer Änderung in der Entwicklungsstückliste (eBOM) kommt und sich die Teilenummer verändert hat, wurde dies bisher als ein neues Teil betrachtet und an das Ende der Servicestückliste (sBOM) gestellt. 
 
Mit Creo Illustrate 4.0 ist es jetzt jedoch möglich, eine Verbindung zwischen alten Teilenummern in der sBOM und neuen Teilenummern aus der eBOM herzustellen. Mit dieser neuen Funktionalität kann das veraltete Teil der sBOM durch das neue Teil der eBOM ersetzt werden. Das neue Teil erbt nun Struktureigenschaften von dem ursprünglichen Teil in der sBOM. Dadurch ist es möglich, schneller und effizienter bei der Änderung der eBOM zu reagieren.
 
  • Eigene Save+ und Publish+ Befehle

Diese neuen Funktionen erlauben die Speichern- und Publizierungsbefehle so zu verändern, dass zusätzliche Aufgaben zum ursprünglichen Befehl ausgeführt werden. Dieser neue Postprozess wird über ein externes, freikonfigurierbares Skript (zum Beispiel eine Batch-Datei) initiiert. Mit diesem Skript ist es auch möglich, eine Vielzahl vom zusätzlichen individuellen Prozessen zu starten. 
 
Diese Funktionalität erlaubt zum Beispiel, dass nach dem normalen Speichern eine weitere Kopie auf einem Server abgelegt werden kann. Oder das nach der Publizierung eine Mitteilung an einen Mitarbeiter versendet wird, um die Publizierung zu prüfen.
  • Erstellung von benutzerspezifischen Elementnummern

Ein weiteres neues Feature sind benutzerspezifische Elementnummern. Hierbei bezieht es sich nicht auf die Darstellung der Elementnummern, sondern um den Inhalt der Elementnummer. 
 
Bei der automatischen Erstellung von Elementnummern, wird bei der Generierung der Positionsnummer gemäß der Struktur und dem gewählten Nummerierungsschema vorgegangen. Mit Creo Illustrate 4.0 ist es jetzt  möglich, eigene Nummern über eine Eingabeliste zu vergeben. Dies führt zu einer schnellen und unkomplizierten Vergabe und Verschiebungen von Positionsnummern gemäß der spezifischen Anforderungen. Dabei sind alle alphanumerischen Zeichen (z.B. 2, 13, 34b, / etc) möglich.
  • Ultra Lightweight Precise JT (ULP)

Eine kleine aber in bestimmten Situationen sehr hilfreiche Neuerung betrifft Nutzer, welche einen JT-Filter einsetzen. Mit Creo Illustrate 4.0 und einem installierten Creo View JT Adapter ist es nun möglich, auch sogenannte Ultra Light Precise JT (ULP) Daten in Creo Illustrate zu importieren.
  • Manuelles Updaten der verlinkten Quelldateien

Creo Illustrate 4.0 bietet ebenfalls die Möglichkeit, die Verlinkungen von Quelldateien besser zu verwalten. Es ist unter anderem möglich, ein Update der Quelldatei zu erzwingen, den Link zu prüfen und den Link neu zu generieren.
Diese Neuerungen sind von großem Nutzen, wenn die Quelldatei von einem lokalen Ort auf einen Server verschoben wird. Es ist nun möglich den Link neu zu generieren, damit die Verbindung zwischen Quelldatei und Illustration bestehen bleibt und zusätzlich noch ein Update der Illustration durchzuführen, damit sichergestellt wird, dass die Illustration auf dem neuesten Stand ist.
 
  • Alternativer Transformations-Ziehgriff

Um die Benutzerfreundlichkeit bei der Handhabung von Teilen und Baugruppen zu erleichtern, ist mit Creo Illustrate 4.0 ein alternativer Transformations-Ziehgriff verfügbar.
 
Bisher war folgendes der Fall: Wenn ein Teil selektiert und transformiert wurde und der Ziehgriff aus der Ansicht wanderte, konnte keine weitere Operation durchgeführt werden, da der Ziehgriff nicht mehr anwählbar war.
Mit dem alternativen Ziehgriff sind nun wieder Aktionen möglich, da bei einem Zoom und oder einer Rotation der Ansicht ein neuer Ziehgriff in Mitte des Bildschirmes angezeigt wird, sobald der originale Ziehgriff die Ansicht verlässt. Ein kleiner Pfeil im Mittelpunkt des alternativen Ziehgriffes zeigt die Richtung des originalen Ziehgriffes an.
 
Dies sind die Neuerungen in Creo Illustrate 4.0 F000. Dazu kommen noch viele kleine Änderungen und Verbesserungen in der Benutzeroberfläche, um die Nutzung der Software für den Benutzer so einfach und intuitiv wie möglich zu gestalten. Ausserdem wurden zusätzliche Verbesserungen bezüglich der Performance implementiert sowie die Kompatibilität bzw. Stabilität mit einlesbaren Daten erhöht. 
 
Weitere spannende Neuerungen sind für die Version M010 angekündigt.